Bob Dylan Film „Like a complete unknown“

Mittwoch sah ich mit Momo im kommunalen Kino Bad Schwartau diesen tollen Film. Wobei mich natürlich Pete Seeger, der oft zu hören war , mehr begeisterte. Und da war unter den Gästen fast unsere ganze „Little Boat Sound´“ Gitarrengruppe aus Sereetz. Auch das Nachgespräch mit einem der Filmersteller war spannend.

Boot an Land

In den letzten beiden Wochen halfen mir Momo (ein junger Syrer) und Klaus aus der Männergruppe, das Boot endlich wieder aufs Land zu holen und winterfest zu machen. Erst startet der Motor nicht, dann geht er mitten vor Missunde aus und Klaus und ich mussten abgeschleppt werden, Dadurch waren wir viel zu spät am Kran. Letzten Mittwoch dann mit Momo noch mal hin, bis alles fertig war.

Es trifft uns ins Herz

Männergottesdienst in Niendorf Ostsee Petrikirche am 18.10.2026

Podcast bei Yuz Tube

Bibeltext mit Einleitung (Wolfgang)

In der vorletzten Woche traf ein Ereignis ein, dass sogar die amerikanische Bevölkerung ins Herz traf. Zum ersten Mal überlebte eine Frau eine Hinrichtung mit der Giftspritze. Der 50jährigen Frau Christa Pike wurden 2 Spritzen Pentobarbital in die Armvene gespritzt. Eine Spritze davon ist eigentlich schon tödlich. Sie überlebte im Koma, wurde dann im Krankenhaus künstlich beatmet und erwachte einen Tag später aus dem Koma schwer behindert, aber bei klarem Verstand mit den Worten“Wo bin ich hier?“. Sie war 30 Jahre zuvor für einen Mord zum Tode verurteilt worden, den sie mit 2 Mittätern als 18-jährige begangen hatte. Der zweite Angeklagte erhielt lebenslängliche Haft, die 3.Täterin erhielt eine Bewährungsstrafe. Warum die Hinrichtung nicht klappte ist weiterhin unklar, sie wäre die erste in Tennessee nach 200 Jahren gewesen. Frau Pike hatte selber nach 30jährigem warten auf die Hinrichtung um Erschießung gebeten, da sie öfter Probleme bei intravenösen Zugängen hatte. Möglicherweise ist nicht genug Gift in die Vene gelaufen oder das Präparat war bereits abgelaufen. Ob sie jetzt doch noch hingerichtet werden darf ist juristisch ungeklärt. Aber seitdem ist die Diskussion nicht nur über die Tötungsmethode sondern auch über die Todesstrafe überhaupt in Amerika neu entbrannt. Der Papst hatte in den USA im April dieses Jahres sich für ein weltweites Verbot der Todesstrafe ausgesprochen, weil es mit der Unverletzlichkeit der Person und der Menschenwürde nicht zu vereinbaren wäre. Dies hatte damals zu unverschämten Protesten von Präsident Trump geführt.

APG 2 22-24+32+33

Ihr Leute von Israel, hört diese Worte:

Es geht um Jesus, den Nazoräer.

Gott selbst hat euch gezeigt, wer er war.

Mitten unter euch hat Gott durch ihn machtvolle Taten,

Wunder und Zeichen geschehen lassen.

Das wisst ihr ja selbst!

Es war Gottes Wille und Plan,

dass dieser Mann euch schutzlos ausgeliefert war.

Ihr habt ihn von den Heiden ans Kreuz schlagen

und umbringen lassen.

Aber Gott hat ihn auferweckt

und aus der Gewalt des Todes befreit.

Denn der Tod hatte keine Macht über ihn

und konnte ihn nicht festhalten.

Den hat Gott auferweckt.

Dafür sind wir alle Zeugen.

Er ist emporgehoben worden,

sodass er an der rechten Seite Gottes sitzt.

Er hat vom Vater die versprochene Gabe erhalten:

den Heiligen Geist.

Den hat er über uns ausgegossen.

Und genau das ist es, was ihr hier seht und hört.

Daran soll ganz Israel

mit unerschütterlicher Gewissheit erkennen:

Diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt,

hat Gott zum Herrn und Christus gemacht.«

Wenn man sich die Ereignisse in Amerika vor Augen führt kann man erahnen, wie groß die Provokation der Rede des Petrus gewesen sein muss. Den Jesus, der mit Hilfe der anwesenden Hörer in der leidvollsten Weise öffentlich hingerichtet wurde, hat Gott erweckt und zum Herrn und Christus gemacht, an Gottes rechter Seite im Himmel sitzend. Einige, aber sicher nicht alle, erkennen, welchen schweren Fehler sie gemacht haben, als sie mit der Meute „Kreuzige ihn“ gerufen haben und so trifft sie die Botschaft des Petrus mitten ins Herz. Auch die, die nur zu Besuch beim Erntefest in Jerusalem sind scheinen von Jesus gehört zu haben und wundern sich über den Mut und die Überzeugungskraft, mit der die Jünger Jesu jetzt auftreten, wie Gottes Geist aus verzagten Menschen nach Jesu Tod, hoffnugsvolle mutige Zeugen gemacht hat.

APG 2 36-41

Mit seinen Worten traf Petrus die Zuhörer

mitten ins Herz.

Sie fragten ihn und die anderen Apostel:

»Ihr Brüder, was sollen wir tun?«

Petrus antwortete:

Ȁndert euer Leben!

Lasst euch alle taufen

im Namen von Jesus Christus.

Dann wird Gott euch eure Schuld vergeben

und euch den Heiligen Geist schenken.

Diese Zusage gilt für euch und eure Kinder.

Und sie gilt für alle in den fernen Ländern –

so viele der Herr, unser Gott,

noch zum Glauben an Jesus hinzurufen wird.«

Mit diesen und noch vielen weiteren Worten

beschwor Petrus die Leute und ermahnte sie:

»Lasst euch retten!

Wendet euch ab von dieser ungerechten Generation!«

Viele nahmen die Botschaft an,

die Petrus verkündet hatte, und ließen sich taufen.

An diesem Tag gewann die Gemeinde

ungefähr 3000 Menschen hinzu.

Mit Herz ist nicht nur die lebenswichtige Blutpumpe im Körper gemeint. Herz ist auch nicht nur der Sitz des Gefühls, wie wir es heute im Gegensatz zum Geist, der im Gehirn verortet wird meinen. Das Herz ist der Sitz des Lebens, der Existenz mit Gedanken, Gefühlen und dem ganzen Körper. Und die Botschaft, von Petrus, was zu tun ist, ist einfach. Tut Buße und lasst euch taufen, genauso wie es schon ein paar Jahre vorher Johannes der Täufer gefordert hatte. Aber oft ist das Einfache das Schwierigste – es hieße ja alles bisherige erst mal zurücklassen und sich auf einen neuen Weg begeben. Aber genau dazu sind auch wir heute eingeladen.

Predigt (Bodo)

Wir alle kennen diese Momente im Leben, die uns mitten ins Herz treffen – plötzlich und unerwartet. Das erste gemalte Bild des Kindes zum Muttertag. Die unerwartete Begegnung mit einem Freund, den man ewig nicht mehr gesehen hat.

Oder die Schönheit der Natur. Wir spüren es sofort. Es geht um das, was uns tief trifft und verletzt, aber genauso um das, was uns unglaublich guttut.

„Es trifft uns ins Herz“ – zu diesem Thema feiern wir unseren Männergottesdienstes 2026.

Wir Männer stehen mitten im Leben. Wir übernehmen Verantwortung im Job, treffen Entscheidungen und halten den Laden in der Familie möglichst zusammen. Wir funktionieren so gut wir können. Und wenn uns jemand fragt, wie es läuft, antworten wir meistens spontan und reflexartig: „Alles gut.“ Oder: „Passt schon.“

Aber passt es wirklich? Oft sieht es drinnen in uns ganz anders aus. Wir schweigen, obwohl wir eigentlich reden müssten. Wir überspielen etwas mit einem lockeren Spruch, obwohl uns eine Sache extrem beschäftigt.

Nehmen wir uns heute einfach mal die Zeit, ehrlich hinzuschauen. Worte haben eine enorme Macht. Ein echtes Lob richtet uns auf. Ein ehrliches „Danke“ oder ein „Ich glaube an dich“ gibt uns den Mut, den wir vielleicht gerade jetzt brauchen.

Auf der anderen Seite kann ein Satz wie „Du bringst es einfach nicht“ sitzen wie ein Stachel im Fleisch. Wie ein spitzer Stein, auf den man barfuß tritt.

Auch eine unachtsame, wertende Bemerkung trifft uns schmerzhaft: „Wie siehst du denn aus? Wie rennst du denn wieder rum?“ Nur weil wir nicht den Vorstellungen anderer entsprechen, fühlen wir uns plötzlich nicht gesehen, nicht ernst genommen und nicht respektiert. Solche negativen Erfahrungen verschwinden nicht automatisch.

Wir reden oft nicht darüber, aber sie begleiten uns zum Teil sehr lange und hinterlassen tiefe Spuren, die nur schwer verheilen.

Umso wichtiger sind Worte, die uns stärken. Sätze wie: „Ich bin für dich da.“ „Du bist mir wichtig.“ „Ich vertraue dir.“

Wenn wir das hören, tut es gut.

Drehen wir den Spieß doch einfach mal um

Welche Worte geben wir eigentlich unseren Partnerinnen und Partnern, unseren Kindern, Freunden und Kollegen mit auf den Weg? Fühlen sie sich von uns gesehen, angenommen und ermutigt? Oder treffen unsere Worte manchmal genau dort, wo es wehgetan hat? „Mitten ins Herz“ – Worte können verletzen, aber sie können eben auch heilen, ermutigen und Hoffnung schenken.

Manchmal treffen wir Menschen nur kurz und doch hinterlassen sie Spuren. Manche Menschen bringen uns zum Lachen, andere fordern uns bis an unsere Grenzen heraus. Und wieder andere stehen fest an unserer Seite, gerade dann, wenn es schwierig wird.

Echte Freundschaft zeigt sich genau darin: Wenn jemand zuhört, ohne sofort eine fertige Lösung anzubieten. Wenn jemand in unserer Nähe bleibt, obwohl wir gerade nicht einfach sind. Wenn jemand sagt: „Komm, wir gehen da gemeinsam durch.“

Wir Männer – ich denke, fast jeder von uns – brauchen solche Orte. Orte, an denen wir nicht stark sein müssen. Orte, wo wir einfach ICH sein dürfen, wir selbst, mit all unseren Wünschen, Fragen, Erfolgen, Sorgen, unserem Glauben und unseren Grenzen.

Ein solcher Ort kann für uns eine Kirche sein. Ein Ort der Begegnung, des Friedens und des Glaubens. Ein Ort, an dem wir in einem stillen Moment merken dürfen, wie reich uns das Leben und die Natur beschenken.

Das Schöne trifft uns schließlich genauso ins Herz, wie der Schmerz. Das befreite Lachen eines Kindes, das friedliche Ende nach einem schwierigen Gespräch, erfahrene Liebe, aber auch Momente der Vergebung.

In unserem oft übervollen Alltag sollten wir diese Momente viel bewusster erleben. Was berührt mich wirklich und macht mich dankbar? Was lässt mein Herz höher schlagen, gibt mir Kraft und schenkt mir neue Hoffnung? Vielleicht entdecken wir so viel mehr dieser Herzensmomente, als wir bisher geglaubt haben.

Wir alle tragen Erinnerungen, Wünsche, Enttäuschungen und Träume in unseren Herzen. Vieles davon bleibt vor den Augen anderer verborgen.

Vielleicht sehnen wir uns nach einem Neuanfang, brauchen selbst Vergebung oder müssen jemand anderem vergeben. Heute haben wir die Möglichkeit, hinzusehen, darüber zu sprechen und zuzuhören. Manchmal verändert sich bereits etwas, wenn wir es einfach nur laut aussprechen dürfen.

In der schnellen Zeit, in der wir leben, erreichen uns im Sekundentakt Nachrichten, Bilder und Informationen. Vieles davon erreicht nur unseren Kopf.

Die entscheidende Frage für uns alle bleibt: Was davon erreicht eigentlich noch unser Herz? Was lässt uns wirklich innehalten, bewegt uns und lässt uns nicht kalt?

Was trifft unser und Euer Herz heute?

Wir wissen es noch nicht. Aber wir können heute genau hinhören – bei anderen und bei uns selbst.

Vielleicht erleben wir genau jetzt, einen Moment der Gemeinsamkeit. Ein Wort, eine Begegnung, ein Gedanke, ein Lied oder ein Gebet, von dem wir plötzlich merken, das hat mich ins Herz getroffen.

Ist es nicht genau das, was wir gerade brauchen?